Was bringt mir ROOT?

Was bringt mir ROOT?
May 28 11:48 2012 Print This Article

Ich bin desöfteren schon von Freunden und Kollegen gefragt worden, was mir der Root-Zugriff (sprich Administratorrechte) bei Android eigentlich bringt. Ich möchte auf Root Rechte bei meinen Android Geräten nie mehr verzichten. Wenn man weiß was man tut, bringt es nur Vorteile. Ich möchte hier jedoch nur einen Überblick über die Möglichkeiten mit root geben. Wie man sein Gerät rootet ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Die beste Anlaufstelle hierfür sind die XDA-Developers.

Ersteinmal ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten:

  1. Custom ROM’s flashen
  2. Custom Kernel
  3. CPU übertakten (mit entsprechendem Kernel)
  4. Werbeblocker
  5. Market Unlocker (Play Store Unlocker)
  6. Vorinstallierte Apps löschen
  7. Komplettes System backupen
  8. Screenshoots
  9. Boot Logo ändern
  10. Boot Animation ändern
  11. Schriftart ändern
  12. System Tweaks
  13. Zugriff auf das komplette Dateisystem
  14. Ausführen von Remote Commands
  15. Schreiben von Dateien ins ROM, die nach Werksreset weiterhin verfügbar sind (Diebstahlschutz)

Jetzt eine kleine Kurzbeschreibung zu den oben genannten Punkten.

 

1. Custom ROM‘S

Nachdem man sein Gerät gerootet hat, kann man mit entsprechender Software, teils direkt über das Handy oder via PC CustomRoms installieren. Bekannt hierfür sind die Programme ROM Manager und Clockworkmod Recovery, dies ist eine Recovery, welche die standard Systemrecovery ersetzt und es ermöglicht, beliebe ROM’s zu flashen.

Cyanogen Mod und MIUI sind zwei der bekanntesten Custom ROM’s die es gibt. Es gibt aber auch viele ROM’s, welche auf das Original ROM des Herstellers aufbauen und diese nur durch Modifikationen im ROM und Kernel  verbessern. Somit kann man z.B. Übertaktungsmöglichkeiten einbauen oder den Zugriff auf Massenspeichergeräte oder die Unterstützung des NTFS Dateisystems von Windows.

 

2. Custom Kernel

Die meisten Custom ROM’s kommen mit eigenem Kernel, dieser ist das Herz und Gehirn des Betriebssystems. Er verwaltet die Prozesse, Programme und und und.  Wie bereits erwähnt können im Kernel zusätzliche Funktionen eingebaut werden. Es gibt auch Custom Kernels für das Original ROM von manchen Herstellern. Man muss sich hier wirklich einlesen und sehen was es gibt und für welche Geräte diese verfügbar sind. Custom Kernels können je nach Gerät genauso wie ROM’s direkt via Smartphone oder über den PC geflasht werden.

 

3. CPU übertakten

Wer einen entsprechenden Kernel hat, kann seine CPU übertakten bzw auch untertakten. Das bekannteste Programm hierfür ist SetCPU. Warum untertakten? Heutzutage haben die Smartphones eine ganz schöne Rechenleistung und wer diese z.b. nicht braucht, kann die Taktrate der CPU herunterschrauben um Akkuleistung zu sparen. Aber meist wird dies über sogenannte Governor geregelt. Mit SetCPU lassen sich verschiedene Govenor aktivieren und als Standard setzen. Durch den Einsatz von diesen, ist es möglich das sich das Smartphone dynamisch selst rauf und runter taktet, je nach benötigter Leistung.  Diese Option kann ich nur empfehlen, da sie batterieschonend ist und man doch immer die volle Leistung zur Verfügung hat, falls sie benötigt wird.

 

4. Werbeblocker

Jeder kennt es, meist in den kostenlosen Apps wird immer Werbung eingeblendet. Durch so genannte Adblocker lassen sich diese Werbungen ausblenden. Je nach App bleibt dann an Stelle der Werbung nur ein leerer Kasten oder der Platz wird für den Rest der App verwendet. Bekannte Apps hierfür sind:  AdAway und AdFree Android. Einfach mal im Play Store danach suchen.
5. Market Unlocker

Früher hies der Google Play Store ja Market, daher auch der Begriff Market Unlocker. Aber was macht dieser denn? Ganz einfach, mit ihm kann eine andere SIM-ID gefaket werden, so das der Play Store glaubt man hat z.b. ein Smartphone im amerikanischen Verizon Wireless Netzwerk.

Und was bringt uns das?

Dies bietet die Möglichkeit Apps zu installieren, welche Regional beschränkt sind, z.B. werden die meisten neuen Google Apps erst in den USA in den Store gestellt bevor sie im deutschen Store zum Download bereit stehen. Diese Differenz kann oft mehrere Monate betragen. Ein Beispiel, welches ich kenne ist Google Currents. Hatte es schon lange auf meinem Gerät bevor es offiziell in Deutschland erhältlich war. Ich verwende hierfür MarketEnabler.

 

6. Vorinstallierte Apps löschen

Oft kommen die Smartphones mit vielen vorinstallierten Apps, welche von Hersteller oder Netzbetreiber im ROM selbst installiert werden. Diese lassen sich nicht über die Einstellungen deinstallieren. Sobald man Root Zugriff hat, kann man diese manuell löschen oder über Apps wie Titanium Backup (zu welchem ich im nächsten Punkt komme). Als Beispiel werden die in Deutschland erhältlichen Motorola RAZR mit der Bild App ausgeliefert. Wer keine Bild liest für den ist sie unnütz im Appverzeichnis.

Wer jedoch auf weiter offizielle ROM’s bauen möchte von den Herstellern oder Netzbetreibern, dem empfehle ich die Apps nicht zu löschen sondern mit Titanium Backup einzufrieren. Somit kann die App nicht mehr gestartet werden. Bei offiziellen Updates wird meist das vorhandene ROM überprüft bevor das neue aufgespielt wird. Es gab schon Fälle, nachdem ein User vorinstallierte Apps deinstalliert hat, das er nicht mehr ohne weiteres in der Lage war das offizielle Update durchzuführen. Einfache Lösung ist, die App einfach nachinstallieren oder auf ein komplettes Custom ROM wechseln, welche meistens schneller und besser sind als die Originalen.

 

7. System Backup

Ich verwende hierzu nur Titanium Backup und kann es jedem empfehlen. Kauft die Pro Version und unterstütz den Entwickler und NEIN ich bekomme kein Geld für diese Empfehlung.

Mit Titanium Backup könnt ihr euer komplettes Android Gerät backupen. Es werden alle selbst installierten Apps und deren Einstellungen und die Systemapps und Systemeinstellungen gesichert. Dies ist oftmals erforderlich bei einem ROM update oder auch nur um sicher zu sein. Man kann somit sein Gerät in nu wiederherstellen, falls man ein Austauschgerät bekommt. Man kann sich auch selbst Zeitpläne erstellen, wann das Gerät ein Backup machen soll. In der Pro Version wird auch die Synchronisation mit  Dropbox unterstütz. Wie bereits oben erwähnt, kann man hier auch Programme einfrieren. Diese können dann weder vom User noch vom System ausgeführt werden. Auch das Entfrieren ist kein Problem.

Eine alternative App hierfür wäre die ROM Toolbox.

 

8. Screenshots

Wer noch kein Android 4.0 sein eigen nennt hat an sich keine Möglichkeiten Screenshots zu erstellen. Mit Root ist dies jedoch kein Problem mehr. Einfach im Play Store suchen. Hier gibt es genügend Apps.

 

9. & 10. Boot Logo und Boot Animation ändern

Ich bin z.B. jemand der sein Gerät gerne personalisiert und deshalb ist mir z.B. die Standard HTC Boot Animation zu langweilig. Deswegen ersetze ich diese immer wieder durch andere, je nach Lust und Laune. Dafür wird eigentlch nur eine kleine App namens ROM Toolbox benötigt. Dies ist eigentlich die App die jeder installiert haben sollte mit Root Rechten. Hier werden die meisten Apps in einer handlichen und überschaubaren App vereint.

 

11. Mit der ROM Toolbox kann auch die Schriftart geändert werden

 

12.Systemtweaks

Die ROM Toolbox bietet viele Optionen zum Tweaken des Systems, z.B. den  SD Boost, welches bei manchen Geräten die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SD-Karte erhöht. Eines der wichtigsten Tweaks sind die build.prop Tweaks, hier sind grundlegende Systemeistellungen gespeichert und können veränder werden. Man sollte jedoch wissen, was man hier tut und verändert. Manche Einstellungen können gravierende Auswirkungen auf das System haben bis hin zum Boot-Loop.

 

13. Dateisystemzugriff

Mit Root Explorer oder auch ROM Toolbox hat man zugriff auf das Root Verzeichnis, das ist wie bei einem Windows PC Zugriff auf C: und Auf C:/Windows. Hier sind alle Systemrelevanten Dateien gespeichert. Meistens gibt es jedoch Apps wie ROM Toolbox, die einem die Arbeit des manuellen ersetztens abnehmen.

Aber auch viele andere im Play Store erhältlichen Datei Explorere haben mittlerweile die Fähigkeit auf das Root-Verzeichnis zuzugreifen, falls man die benötigten Rechte hat.

 

14. Ausführen von Remote Commands

Hierfür benutze ich Cerberus, welches eine App ist die hilft verlorengegangene Smartphones wiederaufzufinden oder im schlimmsten Fall aller Fälle, komplett zu löschen. Viele andere Antiviren Apps bieten mittlerweile ähnliche Funktionen, aber ich bin von Cerberus einfach überzeugt, es ist einfach und handlich zu bedienen und man kann selbst von jedem x-beliebigem Smartphone auf seinen Cerberus Account via Webbrowser zugreifen und sein verlorengegangenes Handy orten oder löschen. Es ist auch möglich Nachrichten auf dem Bildschirm anzuzeigen, die Kamera des Smartphones zu aktivieren, Anrufliste downloaden usw usw…

 

15. Schreiben von Dateien direkt ins ROM
Avast! Mobile Security bietet z.b. die Möglichkeit wichtige Komponenten der App direkt ins ROM selbst zu schreiben. Dies verhindert das löschen der App falls der Dieb das gestohlene Handy auf den Auslieferungszustand zurücksetzen will. Somit bleiben alle Bildschirmsperren und sonstige Sicherheitsfunktionen aktiviert und es ist somit nutzlos für den Dieb.

 

Dies ist nur eine kleine Übersicht über die Möglichkeiten mit Root Zugriff. Es gibt z.B. noch die Möglichkeiten für Netzwerkadministratoren, mittels einer App, das W-LAN Netzwerk der Firma auf Schwachstellen zu überprüfen und noch vieles vieles mehr.

Peter
Blogger at Mobtivity
I'm using multi-billion dollar satellites to find "tupperware" in bushes.
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